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Artikel aus der "Zürcher Oberländer" Zeitung
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Ausgabe Nr. 228 vom Montag , 2. Oktober 2006
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(Mit freundlicher Genehmigung der Regionalredaktion ZO,
www.zol.ch)
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Seiner Zeit einen Schritt voraus
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Einer der legendären Bührer-Traktoren, Jahrgang 1937, mit Ford-Motor wird von Fans genau
unter die Lupe genommen. Rund 500 Bührer-Traktoren unterschiedlichen Alters kehrten am
Wochenende an den Ort ihrer Entstehung zurück.
(fw)
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Der Name Bührer ist zum Mythos geworden. Er steht für einen bedeutenden Schweizer
Erfinder und Konstrukteur, der seiner Zeit voraus war.
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Werner Frei
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Zeit seines Lebens war der 1896 geborene Fritz Bührer vom Gedanken beseelt, wie man den
Landwirten die schwere körperliche Arbeit erleichtern könnte. Selber ein Bauernsohn,
lernte er in Frauenfeld Automechaniker, um dort später auch einen eigenen Betrieb mit
Ford-Autovertretung zu führen. Seine in den späten zwanziger Jahren gebauten ersten
Traktoren bestanden denn auch aus Autoteilen. 1936 siedelte Bührer nach Bäretswil und
bereits drei Jahre später nach Hinwil um. Die Nachfrage nach Bührer-Traktoren war stetig
gestiegen. Und sie stieg weiter, und die Firmengeschichte der Bührer Traktorenfabrik sollte zu
einer Erfolgsgeschichte werden.
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Wünsche der Kunden gekannt
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«Bührer wurde zum grössten Traktorenhersteller der Schweiz»,
sagte Verwaltungsratsmitglied Michel Ch. Eichenberger an der Jubiläumsfeier. Der
Firmeninhaber habe die Bedürfnisse seiner Kundschaft gekannt und sei auf deren
individuellen Wünsche eingegangen. So seien zahlreiche technische Innovationen
entstanden, mit denen man oftmals der Zeit voraus gewesen sei, wie beispielsweise der
Frontlader, die Luftbereifung oder die Dreipunkt - Regelhydraulik. Später seien das Triplex-
und das Tractospeed-Getriebe gefolgt. «Zahlreiche Patente zeugen vom Erfindergeist von
Fritz Bührer», zog Eichenberger ein Fazit über das Schaffen des Gründers.
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Zeichen der Zeit verkannt
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Doch die Schwierigkeiten sollten nicht ausbleiben. Als 1958 die Grenzen auch für
ausländische Traktoren geöffnet wurden, begann der langsame Niedergang
der Firma Bührer. «Dieser Konkurrenz waren wir nicht gewachsen»
sagt der 83-jährige Hermann Weber, der von 1951 bis 1973 in der Firma tätig war.
Noch immer produzierte man Kleinstserien und ging auf die individuellen Wünsche der
Kunden ein, was die Produktion verteuerte. 1973 wurde der Betrieb verkauft und fünf Jahre
später die Produktion eingestellt. Die Mägerle AG (siehe Kasten) übernahm den
Servicebetrieb und das Ersatzteillager. Bereits 1974 war Firmengründer Fritz Bührer gestorben.
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Einmal Bührer, immer Bührer
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Fritz Bührer sei ein sozialer Arbeitsgeber gewesen, der für seine Arbeitnehmer
Wohnbauten und eine Pensionskasse geschaffen habe, lobte Hinwils Gemeindepräsident
Walter Bachofen den Pionier. «Der Name Bührer ist deshalb zum magischen Wort,
zum Mythos einer verschworenen Gesellschaft geworden.» Und diese «verschworene
Gesellschaft» kam am Wochenende zum 77-Jahr-Jubiläum mit Traktorentreffen,
Prämierung und einem attraktiven Rahmenprogramm, das die Blütezeit der grünen
Traktoren würdigte.
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«500 Bührer sind gekommen»
Interview von Werner Frei
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Die Bührer Traktorenfabrik AG in Hinwil ist im Besitz der vier Geschwister Mägerle,
deren Vater Karl die Firma 1979 gekauft hatte. Der Ustermer Fabrikant stellte darin Maschinen
zur Herstellung von Tuben her. Mit dem Kauf verpflichtete er sich, den Service- und
Ersatzteildienst für die Bührer Traktoren weiterzuführen. Hans-Jürg
Mägerle ist heute Präsident des Verwaltungsrats und führt das Unternehmen weiter.
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ZO: Hans-Jürg Mägerle, was bedeuten Ihnen die Bührer-Traktoren?
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Hans-Jürg Mägerle: Eigentlich war ich zu Beginn nicht sehr daran interessiert.
In der Zwischenzeit schlägt mein Herz für die Bührer-Traktoren und ihre Besitzer.
22'624 Traktoren sind insgesamt gebaut worden, 500 von ihnen nehmen am
Jubiläumswochenende in Hinwil teil. Es ist doch ein faszinierendes Gefühl, wenn
man eine Einladung starten kann, und diese wird mit grosser Begeisterung aufgenommen.
Wir haben gerufen und sie sind gekommen; etwas, was wir nicht in diesem Ausmass
erwartet haben. Die Traktorenbesitzer, die aus der ganzen Schweiz zu uns gekommen sind,
sind zum Teil bis zu zehn Stunden unterwegs gewesen.
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Welchen Stellenwert hat die Bührer AG für Sie und Ihre drei Geschwister?
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Unser Vater hatte nie die Absicht, eine Traktorenfabrik zu kaufen, es ging ihm neben den
Angestellten um die leer stehende Fabrikliegenschaft. Diese beinhaltete das Lager und die
Servicestation für die Traktoren. Das haben wir übernommen und führen
es seither weiter. Zudem bieten wir etwa ein Duzend Arbeitsplätze an.
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Wie sehen Sie die Zukunft der Bührer AG?
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Wir wollen den Besitzern von Bührer-Traktoren ein zuverlässiger Ansprechpartner
und weiterhin Garant für Qualität und Innovation sein. Wer einen Bührer-Traktor
besitzt, kann ihn bei uns in Hinwil revidieren und mit der modernsten Technologie
nachrüsten lassen, sodass er nachher wieder ein ultramodernes Arbeitsgerät besitzt.
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Copyright © Zürcher Oberländer Zeitung
Wir danken der Regionalredaktion des Zürcher Oberänders,
sowie dem Journalisten Werner Frei
für die Bewilligung, ihren Artikel aus dem
Zürcher Oberänder hier publizieren zu dürfen.
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www.zol.ch
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